Was „machen“ Hochbett oder Hochebene mit einem Raum?
Wenn ich über Hochbetten oder – ebenen spreche, betrachte ich nie nur das Element an sich, sondern immer den gesamten Raum. Denn sie haben ein „räumliche Auswirkung“. Durch ihre Masse beeinflussen sie den Raum erheblich. V.a. bei Hochbetten oder -ebenen, unter denen man nur sitzen kann, sitzt die Konstruktionsebene inkl. Geländer genau in Augenhöhe eines Erwachsenen. Man hat das „Brett also unmittelbar vor dem Kopf“ bzw. vor Augen. Wenn man dann in einen kleinen Raum so ein Hochbett baut, wirkt das beengend und die Ecke des Bettes ragt wie eine Spitze in den Raum.
Optimal ist es, wenn der verbleibende Teil des Zimmers eine schöne rechteckige oder quadratische Form aufweist.
Wofür nutzt man Hochbetten / Hochebenen – obendüber & untendrunter?
Das ist jetzt etwas theoretisch, aber eine gute Vorbereitung vor der eigentlichen Planung: Überleg dir vorher, wie du die einzelnen Ebenen nutzen will und was wirklich für dich Sinn macht.
Diese Funktionen sind möglich:
oben:
– Schlafbereich
– Spielbereich für ein größeres Kind: dieses kann ungestört seine Legobausteine aufbauen. Das kleine Kind kann sich unbeaufsichtigt im gleichen Zimmer aufhalten und kommt an kleine, verschluckbare Teile nicht heran (Dieses Thema verstehen nur Eltern;)
unter dem Hochbett, wenn man stehen kann
– hindurchgehen möglich
– Esstisch
– Schreibtisch
– Stauraum
unter dem Bett, wenn man nur sitzen kann:
– Sofabereich
– evtl. Schreibtisch – v.a. wenn man nicht unter dem Bett aufstehen muss
– Rückzugsort für Kinder mit Matratzen, Sitzsäcken oder Schlafsofa und einer Gardine zum Zuziehen
– Stauraum
Welche Maße sind wichtig für ein Hochbett? Kann man darunter stehen? Oder nur sitzen?
1. A Höhe unter der Bettebene – wenn man darunter steht und geht
Normalerweise geht man von Höhen von 2 Meter unter einem Hochbett aus. Damit können (fast) alle Menschen bequem darunter durch gehen. Aber wenn es knapp ist, wähle für die Höhe einfach 3 – 5 cm mehr als die größte Person in eurer Familie.
1. B Höhe unter der Bettebene – wenn man darunter sitzt
Ein gutes Richtmaß sind 135 cm, aber auch hier gilt – selbst ausprobieren: auf einen Stuhl (bei einem Tisch) oder auf einen Sessel (bei einer Sofaecke) setzen, die Höhe mit einem Zollstock messen und einige Zentimeter addieren.
2. Höhen in der Konstruktionsebene
Für die eigentliche Holzkonstruktion und den Lattenrost zusammen braucht man 20 – 30 cm, abhängig von der Spannweite der Konstruktion. Ganz genau kann dir das der Tischler bei der Detailplanung sagen.
Wenn es sehr knapp ist, kann man versuchen, das Lattenrost in die Balkenebene einzulassen. In diesem Fall unbedingt darauf achten, dass der Lattenrost belüftet wird. Denn Lattenroste sind nicht nur für den Schlafkomfort da. Sie leiten auch die Feuchtigkeit ab, die sich nachts in Matratzen ansammelt. (Deshalb entsteht manchmal Schimmel unter Matratzen, die direkt – ohne Lattenrost – auf dem Fußboden liegen).
Dazu kommt die Matratze, also mindestens 12 cm. Ich empfehle Schaumstoffmatratzen, diese sind niedriger als Federkernmatratzen.
3. Höhe über der Bettebene
Man sollte im Bett sitzen können. Morgens aufwachen und sich beim aufsetzen den Kopf stoßen? Keine gute Idee! 100 cm sind ein guter Richtwert.
Um sicher zu gehen oder wenn es auf den cm ankommt: Setz dich auf den Fußboden und miss mit einem Zollstock deine Höhe, 2 -3 cm Sicherheit dazu und du hast dein Maß.
A. Gesamthöhe – wenn man darunter stehen / gehen kann
Rechnet man die Maße der ersten drei Punkte zusammen, kommt auf eine Gesamthöhe von ca. 320 cm, eventuell etwas weniger, falls du die Höhen individuell anpasst wie beschrieben.
Bei allen geringeren Raumhöhen kann man kein Hochbett einbauen, unter dem man stehen kann.
B. Gesamthöhe – wenn man darunter nur sitzen kann
Rechnet man die Maße der ersten drei Punkte zusammen, kommt auf eine Gesamthöhe von ca. 260 cm, eventuell etwas weniger, falls du die Höhen individuell anpasst wie beschrieben. Damit passt so eine Konstruktion in fast alle Wohnungen.
C. Podestbett
Eine sichere Lösung für kleinere Kinder. Unter dem Bett gibt es Platz von 60 – 80 cm, den man sehr gut für Stauraum nutzen kann.
▲ Hochbett unter dem man stehen kann
Rechnet man die Maße der Punkte 1-3 zusammen, kommt auf eine Gesamthöhe von ca. 320 cm, eventuell etwas weniger, falls du die Höhen individuell anpasst wie beschrieben.
Bei geringeren Raumhöhen kann man kein Hochbett einbauen, unter dem man stehen kann.
▲ Hochbett unter dem man nur sitzen kann
Rechnet man die Maße der Punkte 1-3 zusammen, kommt auf eine Gesamthöhe von ca. 260 cm, eventuell etwas weniger, falls du die Höhen individuell anpasst wie beschrieben.
Damit passt so eine Konstruktion in fast alle Wohnungen.
▲ Podestbett
Eine sichere Lösung für kleinere Kinder. Unter dem Bett gibt es Platz von 60 – 80 cm, den man sehr gut für Stauraum nutzen kann.
Türen
Für die Hochbettkonstruktion braucht man genügend Höhe über der Tür: für Konstruktion, Lattenrost, Matratze und Platz zum Sitzen oberhalb mindestens 1,3m – s. obige Aufstellung.
In dem Beispiel oben haben wir die Räume getauscht, denn in hier war die Tür niedriger. So konnten wir die Höhe des Raumes viel besser für die Hochebene nutzen.
Wo im Raum ist ein Hochbett sinnvoll?
Linkes Beispiel
Ist der Raum hoch genug und gibt es genügend Platz über der Tür, ist diese Lage optimal: der Schlafbereich befindet sich im dunkleren Teil des Zimmers und die es bleibt eine gute Fläche übrig zur weiteren Nutzung.
Mittleres Beispiel
Ist der Raum hoch genug, aber es gibt nicht genug Platz über der Tür, kann man die Hochebene weiter in den Raum schieben, üblicherweise so weit, dass die Tür aufgeht.
Rechtes Beispiel
Ein selten gewählte Lösung: ist der Raum nicht hoch genug, kann man die Hochebene (unter der man nicht stehen kann) Richtung Fenster schieben und darunter den Sofabereich anordnen. Nachteile: Die Hochebene vor den Fenstern verhindert Lichteinfall. Und die Hochebene muss soweit vom Fenster angeordnet werden, dass man diese öffnen kann. (Sicherheit beachten!)
▲ Hochebene über der Tür
Ist der Raum hoch genug und gibt es genügend Platz über der Tür, ist diese Lage optimal: der Schlafbereich befindet sich im dunkleren Teil des Zimmers und die es bleibt eine gute Fläche übrig zur weiteren Nutzung.
▲ Hochebene im Raum
Ist der Raum hoch genug, aber es gibt nicht genug Platz über der Tür, kann man die Hochebene weiter in den Raum schieben, üblicherweise so weit, dass die Tür aufgeht.
▲ Hochebene vor Fenstern
Ein selten gewählte Lösung: ist der Raum nicht hoch genug, kann man die Hochebene (unter der man nicht stehen kann) Richtung Fenster schieben und darunter den Sofabereich anordnen. Nachteile: Die Hochebene vor den Fenstern verhindert Lichteinfall. Und die Hochebene muss soweit vom Fenster angeordnet werden, dass man diese öffnen kann. (Sicherheit beachten!)
Gibt es Zimmer, in denen Hochbetten/ -ebenen keinen Sinn machen?
A – ungünstig verteilte Fenster & Tür
In diesem Zimmer ist ein Hochbett zwar möglich, es bleiben aber nur ungünstig geschnittete Bereiche über. Wenn man wegen der Raumhöhe unter dem Bett nur sitzen kann, wirkt dieses Hochbett wie ein Koloss im Raum.
Dann wäre hier die bessere Lösung ein Klappbett oder ein Schlafsofa.
Ist der Raum so hoch, dass man darunter stehen kann, ist diese Lösung machbar.
B – langer Schlauch
In dieses Zimmer würden 2 Hochbetten für 2 Kinder passen. Es bleiben aber schlauchförmige Restflächen übrig, die schlecht nutzbar sind. Hier wird man sich nicht gern aufhalten. Mein Vorschlag: Zimmertausch wenn möglich.
C – ungünstig verteilte Fenstern & Tür – Nutzung mit Hochbetten nicht möglich
Hier sind Fenster und Tür so ungünstig angeordnet, dass Hochbetten in einem normalhohen Raum nicht funktioniert.
Ein Nutzung wäre nur möglich, wenn man über der Tür eine Hochebene einbaut. Dazu braucht man Platz für Konstruktion, Lattenrost, Matratze und Platz zum Sitzen oberhalb, also mindestens 1,3m über der Tür – s. Maße für Hochbetten.
▲ Ungünstig verteilte Fenster & Tür
In diesem Zimmer ist ein Hochbett zwar möglich, es bleiben aber nur ungünstig geschnittete Bereiche über. Wenn man wegen der Raumhöhe unter dem Bett nur sitzen kann, wirkt dieses Hochbett wie ein Koloss im Raum.
Dann wäre hier die bessere Lösung ein Klappbett oder ein Schlafsofa.
Ist der Raum so hoch, dass man darunter stehen kann, ist diese Lösung machbar.
▲ Langer Schlauch
In dieses Zimmer würden 2 Hochbetten für 2 Kinder passen. Es bleiben aber schlauchförmige Restflächen übrig, die schlecht nutzbar sind. Hier wird man sich nicht gern aufhalten.
Mein Vorschlag: Zimmertausch wenn möglich.
▲ Ungünstig verteilte Fenstern & Tür –
Nutzung mit Hochbetten nicht möglich
Hier sind Fenster und Tür so ungünstig angeordnet, dass Hochbetten in einem normalhohen Raum nicht funktioniert.
Ein Nutzung wäre nur möglich, wenn man über der Tür eine Hochebene einbaut. Dazu braucht man Platz für Konstruktion, Lattenrost, Matratze und Platz zum Sitzen oberhalb, also mindestens 1,3m über der Tür – s. Maße für Hochbetten.
Sicherheit
(Meine weiteren Hinweise beziehen sich auf die folgenden Normen mit dem jetzigen Stand – Feb. 2026. Falls sich in Zukunft etwas daran ändern sollte, gelten die entsprechenden Vorschriften.)
Das Thema Sicherheit sollte man auf jeden Fall ernst nehmen, denn es passieren leider auch Unfälle bei der Benutzung von Hochbetten. In der DIN EN 747-1 und -2 ist alles dazu geregelt.
Auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. gibt es entsprechend dazu ausführliche Hinweise für die Sicherheit und auch eine Checkliste.
Spielen und Toben auf der oberen Ebene sollte man nicht erlauben. Denke auch Besucherkinder: sein eigenes Kind kann man sehr gut einschätzen, fremde Kinder nicht unbedingt. Und bitte keine Federkernmatratze wählen: sie lädt förmlich zum „Trampolinspringen“ ein.
Mindestalter für Kinder
Kinder unter 6 Jahren sollten auf Hochbetten weder schlafen noch spielen. Kleine Kinder können Gefahren oft nicht gut einschätzen. Erst später ist ihr Koordinationsvermögen weit genug entwickelt, um sich sicher auf der Leiter bewegen zu können. Nachts nach einem Alptraum kann es für ein Kind schwer sein, die Leiter sicher herunterzuklettern, auch wenn es dies am Tage sicher beherscht.
Absturzsicherung
Die vorgeschriebene Höhe des Geländers ab der Oberkante der Matratze beträgt 16 cm. Ich empfinde das als zu wenig und kenne einige Handwerker, die die Brüstung nicht unter einer von Mindesthöhe von 30 – 40 cm bauen. Mein Tipp: selbst ausprobieren vor der Beauftragung: auf den Boden legen und setzen und mit einem Zollstock testen, was sich für dich gut anfühlt.
Wenn einem auch diese Höhe noch zu unsicher erscheint, kann man v.a. für kleine Kinder Absturzsicherungen einbauen, die bis zur Zimmerdecke reichen.
Grundsätzlich sollte die Absturzsicherung so ausgebildet sein, dass Kinder nicht dazu angeregt werden, ihren Kopf durch das Geländer zu stecken und versehentlich herunterzufallen
Abstand zu Fenstern etc. beachten
Fenster sollten einen ausreichenden Abstand zum Hochbett haben, damit dein Kind nicht zum Klettern animiert wird oder bei geöffnetem Fenster herausfallen kann.
Auf die Lage von Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen und Heizkörpern sollte man genauso berücksichtigen.
Mein Tipp: Setz dich selbst mal ins Hochbett: was könnte in den Augen deines Kindes spannend, aber aus deiner Sicht gefährlich sein?
Belüftung
Ein Thema, dass in Zukunft mehr Bedeutung gewinnen wird und ich bisher erst mit wenigen Kunden besprochen habe:
Einige Wohnungen abhängig von ihrer Ausrichtung und v.a. bei Dachgeschosslage werden im Sommer sehr heiß. Wenn man dann über der Tür eine Hochebene einbaut, liegt diese lüftungstechnisch gesehen in einer Sackgasse. Querlüften ist nicht mehr möglich. Großzügige Öffnungen in Boden (z.B. mit Lüftungsittern) oder an der Wand ermöglichen eine Querlüftung in gewissem Maße.
Vorausplanen
Ein Hochbett zu bauen ist ein erheblicher, v.a. auch finanzieller Aufwand. Deshalb sollte man vor dem Bau überlegen, ob es in der Zukunft evtl. anders genutzt werden könnte. Das ist bei der Konstruktion zu bedenken und in der Konstruktion „anzulegen“.
Beispiel 1
Das Hochbett wird jetzt für Kinder gebaut, die es gemeinsam nutzen. Wenn diese Kinder Teenies werden, wird das Bedürfniss nach Privatheit größer.
→ trennende Elemente wie Regale mit geschlossenem Rücken sollten einfach nachzurüsten sein – von den Abmaßen her und konstruktiv.
Beispiel 2
Eine Hochebene wird für Teenies gebaut, die mit Leitern völlig zufrieden sind. Wenn diese Teenies aus dem Haus sind und die Eltern die Hochebene für sich nutzen wollen, sind ihnen die Leitern zu steil und hätten statt dessen lieber eine Treppe.
→ die Leiter sollte einfach abzubauen durch eine Treppe zu ersetzen sein. Das geht nicht so einfach, wenn die Leiter in die konstruktiven Elemente wie z.B. die Stützen intergriert ist.
Hochbett mit weiteren Einbauten
Wenn man Hochbetten vom Tischler auf Maß anfertigen lässt, kann man z.B. Regale, Schränke oder Schreibtische integrieren lassen.
Es gibt natürlich auch vorgefertigte Systeme, die man in bestimmten Grenzen für sich umgestalten kann. Ein Beispiel von Ikea mit Hochbett, drunterliegendem Schreibtisch/Schubladencontainer und Schrank/Regal.
Sieht man gerade überall: Hochbetten mit Treppenkonstruktionen, bei denen die Stufen mit Schubladen versehen sind, um Stauraum zu schaffen. Grundsätzlich sehr schlau. Aber leider gibt es hier Beispiele ohne Geländer, die ich gruselig finde: Wenn Kinder hier auf der glatten Oberfläche ausrutschen, fallen sie genau auf eine eckige Kante – aua!
Wie du siehst, kann es ziemlich komplex sein, die optimale Lösung für ein Hochbett zu finden.
Wenn du Unterstützung brauchst:
